Pica Störung
Die Pica Störung, auch Pikazismus genannt, beschreibt das wiederholte Essen von Dingen, die nicht als Lebensmittel gelten und keinen erkennbaren Nährwert haben.
Typische gegessene Stoffe oder Gegenstände sind
• Haare
• Erde
• Steine oder Kiesel
• Eiswürfel
• Farbpartikel
• Schlamm
• Ton oder Keramik
• Seife
• Wolle
• Kreide
Von einer Pica Störung spricht man, wenn dieses Verhalten über mindestens einen Monat besteht, nicht kulturell erklärbar ist und nicht zum Entwicklungsstand passt. Bei Kindern unter zwei Jahren ist das In den Mund Nehmen von Gegenständen meist noch normal und sollte daher nicht vorschnell als Pica bewertet werden.
Wichtige Merkmale und mögliche Folgen sind
• wiederholtes Essen nicht nahrhafter Stoffe
• meist keine grundsätzliche Ablehnung normaler Lebensmittel
• mögliches Risiko für Vergiftungen, Verletzungen, Infektionen oder Darmprobleme
• Eine diagnostische Abklärung im Hinblick auf einen Eisen- oder Nährstoffmangel sowie eine Autismus-Spektrum-Störung wird empfohlen.
Pica steht häufig auch in Verbindung mit Eisenmangel. Das ist besonders während einer Schwangerschaft bedeutsam, weil der Eisenbedarf erhöht sein kann und solche Gelüste medizinisch ernst genommen werden sollten.
