Vermeidend restriktive Nahrungsaufnahmestörung

Die vermeidend restriktive Nahrungsaufnahmestörung beschreibt eine deutlich eingeschränkte oder vermeidende Nahrungsaufnahme.

Betroffene essen zu wenig, nur sehr ausgewählte Lebensmittel oder meiden bestimmte Speisen konsequent. Anders als bei Anorexie steht dabei nicht der Wunsch nach Gewichtsverlust im Vordergrund. Es geht also nicht primär um Figur, Körpergewicht oder Aussehen.

Häufige Gründe für die Vermeidung sind:

  • wenig Interesse an Essen oder fehlendes Hungergefühl
  • starke Abneigung gegen bestimmte Konsistenzen, Gerüche, Farben oder Geschmäcker
  • Angst vor unangenehmen Folgen wie Verschlucken, Würgen, Erbrechen, Bauchschmerzen oder allergischen Reaktionen

Mögliche Symptome und Folgen sind:

  • sehr eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln
  • deutlich zu geringe Essmenge
  • Gewichtsverlust oder ausbleibende Gewichtszunahme bei Kindern
  • Wachstumsprobleme
  • Nährstoffmangel
  • Abhängigkeit von Trinknahrung oder künstlicher Ernährung
  • starke Anspannung rund um Mahlzeiten
  • Vermeidung gemeinsamer Esssituationen
  • Einschränkungen im sozialen Alltag, in Schule, Beruf oder Familie

Die vermeidend restriktive Nahrungsaufnahmestörung ist mehr als heikles Essen. Entscheidend ist, dass die Ernährung so eingeschränkt ist, dass körperliche, psychische oder soziale Folgen entstehen. Besonders wichtig ist eine medizinische Abklärung, wenn Gewicht, Wachstum, Energie, Nährstoffversorgung oder Alltag beeinträchtigt sind.