Ruminationsstörung
Kennzeichnend ist ein wiederkehrendes, müheloses Hochwürgen von Nahrung während oder kurz nach der Nahrungsaufnahme.
Dabei gelangt kürzlich aufgenommene Nahrung aus dem Magen zurück in die Mundhöhle. Anschließend wird sie erneut gekaut und entweder ausgespuckt oder wieder geschluckt. Da der Speisebrei zu diesem Zeitpunkt noch nicht wesentlich verdaut ist, beschreiben Betroffene den Geschmack häufig als unverändert und nicht säuerlich, im Unterschied zu Erbrochenem.
Typischerweise ist dieses Verhalten nicht mit Würgereiz, aktivem Erbrechen oder heftigem Pressen verbunden. Das Wiederhochkommen der Nahrung erfolgt vielmehr passiv und ohne erkennbare körperliche Anstrengung.
Die Beschwerden treten meist während oder nach nahezu jeder Mahlzeit auf. Einige Lebensmittel, insbesondere sehr flüssige oder wasserreiche Speisen, lassen sich leichter wieder hochwürgen als festere Nahrung.
Häufige Symptome der Ruminationsstörung sind:
- müheloses Hochwürgen während des Essens oder kurz danach
- Bauchschmerzen oder Druckgefühl im Bauch, die sich nach dem Hochwürgen bessern
- ausgeprägtes Völlegefühl
- Mundgeruch
- Übelkeit
- unbeabsichtigter Gewichtsverlust
- Schmerzen im Brustbereich
Die Symptomatik kann klinisch erheblich belastend sein, auch wenn sie nach außen nicht immer als schwerwiegend wahrgenommen wird. Besonders relevant ist die Abgrenzung zu Erbrechen, saurem Aufstoßen und anderen somatischen Ursachen, da bei der Ruminationsstörung das mühelose Wiederhochkommen unverdauter Nahrung im Vordergrund steht.
