20 Jahre intakt.
Seit 20 Jahren besteht intakt als Anlaufstelle für Menschen mit Essstörungen. Im Herbst 2005 gründeten Monika Weninger, Mag.a Rahel Jahoda und Brigitte Lenhard-Backhaus das Therapiezentrum. Den Namen „intakt“ wählten sie als Ausdruck von Integrität und Genesung.
Im Dezember 2006 öffnete das Zentrum erstmals seine Türen und entwickelte sich rasch zu einem Ort der Zuversicht für viele Betroffene und ihre Angehörigen. Von Beginn an stand intakt für eine multiprofessionelle Begleitung und fachliche Kompetenz. Zugleich bot das Zentrum engagierten, angehenden Fachkräften wertvolle Praktikumsplätze an und begleitete sie auf ihrem beruflichen Weg. Auch wurden Workshops an Schulen angeboten.
Ein respektvoller, freundlicher Umgang prägt seither das Miteinander im Team.
In den ersten Jahren setzten sich die drei Gründerinnen mit großem Engagement dafür ein, den Verein in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Eindrucksvolle Benefizveranstaltungen halfen dabei, für das bedeutsame Thema Essstörungen zu sensibilisieren.
In der Folge veranstaltete intakt in regelmäßigen Abständen Fachtagungen für Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen und Psycholog*innen, die in der Fachwelt großen Anklang fanden. Ein weiterer Schwerpunkt waren Aus- und Weiterbildungen, vorwiegend zum Thema Trauma.
Ein besonderer Höhepunkt im Jahr 2015 war die Kampagne „Liebe dich so, wie du bist” mit Präventionsworkshops an Schulen. Eine Woche lang finanzierte das Bundesministerium für Gesundheit und Familie Werbeplakate in der Stadt. Zudem versah Vöslauer zehn Millionen Mineralwasserflaschen mit intakt-Etiketten und verbreitete so die positive Botschaft der Selbstliebe in unzählige Haushalte. Im Zuge dessen wurde die Website liebedichselbst.at erstellt, auf der Menschen einander Wertschätzung zeigen konnten. Der Fotograf Philip Forstner und die Werbeagentur Wien Nord setzte die Kampagne mit ausdrucksstarken und lebendigen Bildern um.
Im Zuge der im Jahr 2020 erfolgten Übersiedlung in die Gussenbauergasse 1 wurde Mag.a Rahel Jahoda auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass im gleichen Haus die von den Nationalsozialisten teils vernichtete, teils vertriebene Familie Kernberg gewohnt hatte, deren Schicksal die Historikerin Lilly Maier in ihrem Buch „Lilly und Arthur“ beschreibt. So entstand die Idee, dieser Familie hier, vor diesem Haus, mit Stolpersteinen zu gedenken, was intakt gemeinsam mit Lilly Maier auch umsetzen konnte.
Ende 2025 zogen sich Monika Weninger, Brigitte Lenhard-Backhaus und Mag.a Rahel Jahoda als Leitungsteam von intakt zurück. Die drei bemerkenswerten Frauen prägten als Pionierinnen über zwei Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des Zentrums und begleiteten zahlreiche Menschen auf ihrem Weg der Stabilisierung und persönlichen Weiterentwicklung. Ihre Arbeit zeigte eindrucksvoll, dass Veränderung möglich ist und dass Zusammenhalt Großes bewirken kann.
intakt soll auch künftig eine bedeutende Versorgungseinrichtung in Wien bleiben, wobei die drei Gründerinnen dem Verein als erfahrene Therapeutinnen verbunden bleiben und ihre fachliche Kompetenz weiterhin in die Arbeit mit den Klient*innen einbringen. Brigitte Lenhard-Backhaus führt darüber hinaus die von ihr 2008 initiierten Eltern und Angehörigenabende fort. Dieses Angebot hat im Laufe der Jahre vielen Familien Halt, Orientierung und wertvolle Impulse vermittelt.
Ende 2025 ging Frau Dr.in Theresia Tiller in den wohlverdienten Ruhestand. Dr.in Florence Dietrich ist bereits Teil des Teams geworden und übernimmt die medizinisch-fachärztliche Betreuung mit großem Engagement.
Mit Januar 2026 übernahmen Katharina Venus und Mag.a Alexandra Seemann die Leitung des Vereins und gestalten seither die Arbeit mit großem Einsatz und Herzblut. Unter ihrer Leitung schreibt der Verein ein eigenes Kapitel dieser Geschichte. Das Therapiezentrum bleibt weiterhin eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Essstörungen und eine tragende Säule der psychosozialen Versorgung in Wien.
An dieser Stelle möchten wir dem Gründungsteam für seine wertvolle Arbeit, seine inspirierende Vision und alles, was es in zwei Jahrzehnten bewegt und bewirkt hat, ganz herzlich danken!
