Forum

leichte Magersucht (eher Orthorexie)/ dann starke Fressanfälle und anschließende Bulemie

Zitat

hellooo ich bin weiblich, 21 Jahre und seit nun ca 7 Jahren essgestört, wenn ich daran denke wie viel Zeit und Energie ich verschwendet habe, um mich jenem Thema zu widmen wird mir übel. mit 14 hab ein normales Gewicht gehabt und war unzufrieden mit meinem Körper. Wöchentliche sportliche Betätigung und der anschließende Gewichtsverlust hat vielen in meinem Umfeld imponiert. Später habe ich dann bisschen gesünder gegessen und mir bisschen Gedanken gemacht wann ich was esse, aber es war noch im normalen Rahmen. Dann kam nach 2 Jahren ständigem Abnehmen (also nie radikal oder schnell abgenommen) war ich bin 16 auf ca 48 Kg bei 75cm (hatte viele Muskeln durch Intervalllaufen) ich weiß es gibt Mädchen, die 37 kg haben oder weniger, aber für mich war 48 halt vollkommen krank, ich habe die Symptome von Untergewicht immer ignoriert... mein Körper hat Gott sei dank sehr schnell reagiert und sich später auch bei 55 kg wieder normalisiert... doch zuvor hatte ich Haarausfall, meine Regel für 12 Monate nicht und ganz trockene und graue Haut.

dann habe ich mich gezwungen zuzunehmen weil ich unzufrieden war, nahm ganz langsam zu (in 6 Monate ca 8 kg) und trieb noch immer Sport.

dann war ich 2 Jahre lang auf 57kg und war sehr zufrieden, ich aß zwar weitaus zwanghafter als andere in meinem Umfeld, aber hab halt sehr gesund gegessen und Sport betrieben, ich war soooo happy zu der Zeit, doch dann begann ich Kalorien zu zählen, ich weiss nicht warum, es lief alles so gut.. aber egal...1700 Kcal und nicht mehr oder weniger...aus jenem krankhaften Kalorien-Zählen..folgten Fressanfälle (1. in 2 Monaten) und die waren auch nur "gesunde" Fressanfälle, bei der ich halt sauviele Bananen und müsli und Jogurt oder Curry gegessen habe bis ich platze (also halt so 5 fette Portionen), dann später wurden die Fressanfälle ungesünder und häufiger und schließlich regelten sie mein Leben

ich hatte ca jeden 2. Tag mehrer Fressanfälle, wo ich ca 3500-5000 Kalorien zu mir genommen habe, anfangs nahm ich nicht zu weil ich in den Tage dazwischen nicht aß, außer 7-8 schwarze Kaffee

es war sooo schrecklich und ich wollte mir einfach nur selbst wehtun, ich ritzet mich auch, schnitt mir selbst die haare kurz, obwohl mir es garniert gefiel und versuchte mich mit den Fressanfällen depressiv zu machen... man will bzw kann nicht aufstehen, ist nur müde, schwitzt die ganze Zeit und man tut alles dafür, dass es so bleibt ... dann hatte ich 70 kg

ich hasste mich, weil ich mir sowas antue.. es war die Höhle...

-mein richtiger Tiefpunkt war 2018 im Winter... mein Matura-Jahr... ich hatte mir zu Silvester so stark in den Unterarm geschnitten (mit Absicht), dass ich wirklich Angst hatte, es hat nicht aufgehört zu bluten, ich versuchte es zu stoppen aber nach einer Stunde kam meine Mutter ins Zimmer und sah den roten Küchenrollhaufen... ich bekam eine Panikattacke (sie hat nie gesehen, dass ich mich geritzt hatte und wusste generell nicht, dass ich Probleme hatte) und so fuhren wir ins Spital, vor allem aufgrund der Wunde... das schlimmste an der ganzen Aktion war, dass wir auch in das Krankenhaus fuhren, wo mein Vater arbeitet... seine ganzen Kollegen haben mich gesehen

nachdem ich eine nacht dort war und eine Blutkonserve bekommen habe... fuhren wir nach hause...die Woche darauf ging ich zum Arzt und bekam antidepressiva, die dafür sorgten dass ich zwar sehr gut drauf war, aber leider noch immer die fressatacken hatte, halt viel weniger

aufgrund dessen schaffte ich die Matura mit Auszeichnung und blieb danach 2 Monate zu hause Und ging nur 3 mal die Woche arbeiten

ich fuhr nicht mit auf maturareise, weil ich wusste, dass ich meine Stimmung halten musste und eine Woche lang nur ungesund essen und viel Alkohol passen nicht ganz in meinen gesunden Plan, mein Leben wieder in den Griff zu kriegen

-ich ging zu zahlreichen Therapeuten und davon konnte mir leider nur einer wirklich helfen... aber dies war nicht so lustig für meine Eltern, sie wollten, dass es mir besser geht, doch was mir der Arzt riet war echt nicht leicht für sie

er meinte, ich müsste auf reisen gehen, und ausziehen, um eigenständig zu leben

er war davon überzeugt, dass dies die richtige Entscheidung wäre, meine Mutter war tieftraurig und war der Meinung, dass dies übertrieben ist

sie sagte zwar, dass ich auf jeden Fall eine reise machen sollte, weil ich schon immer davon geredet habe, dass ich nach der Matura wegfahren will (alleine).. ich bin ein sehr offener Mensch und liebe es unter vielen menschen zu sein, aber ich habe bei der reise gemerkt, dass es mir echt am besten geht, wenn ich überlege muss, wann ich putzen, kochen, einkaufen oder sonst muss

nach 7 Monaten kam ich wie ein anderer Mensch zurück, ich war ausgeglichen, hab meine 70 kg gehalten und nicht weietr zugelegt... ich trieb nach der reise viel Sport und nahm zwar nicht ab, aber ich fühlte mich viel besser und hatte eine viel schlankere Linie

nach 3 Monaten kamen die Dpressionen zurück, und ich setzte eigenwillig ohne meinen Arzt zu fragen die Medikamente ab

dann ging alles den Bach runter

ich hörte auf zu lernen und war nur zuhause, obwohl ich recht viel eingeladen bin und ein sehr großes soziales Umfeld habe...

-nach einiger zeit beschloss ich was zu ändern... der einzige Vorteil an einer depressiven Phase war, dass 8 kg abgenommen habe (die bis jetzt unten sind und ich mich sehr wohl fühle) ich suchte mir eine Wg, die ich mit meinem Gehalt leisen konnte, bekomme Gott sei dank Unterstützung durch die Eltern und bereite mich jetzt für den Medizinertest 2020 vor, ich Treibe viel Sport (Boxen), esse regelmäßig und gedankenlos... meistens gesund, pizza, eis oder Burger  hier und da, und das beste... ich vergesse manchmal zu essen (es gefällt mir nicht, dass ich nichts esse und Kalorien spare oder irgendwas, sondern dass meine Gedanken nicht nur fokussiert sind auf dieses Thema)

ich gehe auch viel feiern und arbeite und lerne unter der Woche... bin meistens überarbeitet und renn von Training zur Bibliothek oder zur Arbeit und zu freunden aber das erste mal in meinem Leben passt alles wieder, außer die Beziehung mit meinen Eltern, die sich selber die Schuld  geben, weil ja alles quasi wieder gut ist, seit dem ich alleine wohne und nach der reise

ich schaue halt gut aus (hab ein Sixpack und schaue einfach sehr sportlich aus), bist super produktiv, lerne brav und bin einfach gelassen und happy und stolz, das erste mal in meinem leben .....wenn ich hier und da mal eine Kleien Fressattacke habe, dann ärgere ich mich (weil ich weiss wie schnell man da reinrutscht) aber mach kein Drama draus und versuche es besser zu machen.

meine Eltern waren immer unterstützend und super lieb und meine Mutter fragt mich, was sie falsch gemacht hat, weil ich ohne sie erst den Durchbruch hatte

meine Eltern reden mittlerweile nicht mit mir und verstehen es nicht !! was der Grund meiner guten Stimmung ist :

 

 

Zitat

Ich wollte nur noch sagen... dass ich garnicht weiss warum ich meine ganze Geschichte reingeschrieben habe, aber ich habe das noch nie so gut zusammengefasst hab, und das tut schon gut

 

Zitat

 

Schönen guten Tag,

Vielen Dank für Ihre Nachricht und die Offenheit, mit der Sie Ihre Problematik schildern. Uns scheint, dass Sie in Ihrem Leben in den letzten Jahren viel passiert ist. Die Zeit um die Matura ist oft eine sehr belastende. Aus Erfahrung wissen wir, dass Übergangsphasen im Leben oft mit veränderten Essverhalten einhergehen. Gut, dass Sie nach der Matura die Empfehlung bekommen haben, Ihre Wünsche auch umzusetzen. Und natürlich braucht es beim Zurückkommen dann auch wieder eine klare Struktur für den Alltag. Umso mehr ist es beeindruckend, dass Ihnen da auch viel gelungen ist.
Leider bricht Ihr erster Eintrag plötzlich ab, wodurch wir hier nicht auf das Thema mit ihren Eltern eingehen können.

 

Die Frage ist, ob Sie sich in dieser Zeit auch psychotherapeutische Unterstützung wünschen würden, um herauszufinden, wofür das viele Augenmerk bezüglich Essen und Körper steht. Ein therapeutischer Prozess gerade in Ihrem Alter dient auch der Persönlichkeitsentwicklung und der Aufarbeitung von verqueren Glaubenssätzen und auch für eine Bewusstheit eigener Bedürfnisse.

 

Sie haben erlebt, dass das Niederschreiben Ihrer Befindlichkeit schon sehr hilfreich war, regelmäßige therapeutische Gespräche in einem geschützten Rahmen wären dann auch sehr unterstützend. Eventuell sind Sie bereit zu einem unverbindlichen Erstgespräch zu uns zu kommen, um in einem persönlichen Gespräch einen guten weiteren Weg für Sie zu finden.
Einen Termin dafür können Sie telefonisch vereinbaren unter 01/22 88 77 00 (Mo-Fr: 9-17 Uhr). Das Erstgespräch dauert 50 Minuten und kostet 50 €. Alle weiteren Kosten für die Psychotherapie sowie die medizinischen Behandlungen bekommen Sie von Ihrer Krankenkasse teilweise rückerstattet. Im Erstgespräch geben wir Ihnen gerne dazu Auskunft.

Anerkennen Sie sich Ihren wirklich mutigen ersten Schritt, sich zu öffnen - alle weiteren Schritte werden immer leichter!

Bei weiteren Fragen oder Anliegen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
Liebe Grüße,
Ihr intakt-Team

 

Zitat

hallo, also ich möchte dir auch danken, dass du so offen u. ehrlich bist,... echt toll, obwohl die geschichte deine persönlichen herausforderungen knallhart zeigt,...ich bin würde mich freuen, zu erfahren, was mit dir in den letzten monaten passiert ist, ich hoffe, nur gutes,..  lg y